»Rassistische Praktiken müssen verboten werden« Schweizer Bündnis erforscht »verdachtsunabhängige Kontrollen« aufgrund der Hautfarbe durch die Polizei. Gespräch mit Tino Plümecke

»Rassistische Praktiken müssen verboten werden« Schweizer Bündnis erforscht »verdachtsunabhängige Kontrollen« aufgrund der Hautfarbe durch die Polizei. Gespräch mit Tino Plümecke

Sie sind Mitglied einer Forschungsgruppe zu »Racial Profiling«. Wie kam die zustande, und was ist das Ziel Ihrer Untersuchungen?

Die »Allianz gegen Racial Profiling« ist ein Zusammenschluss aus Aktivisten, Wissenschaftlern und Menschenrechtsorganisationen, die Racial Profiling und den damit verbundenen institutionellen Rassismus bekämpfen. Darunter fällt jegliche polizeiliche Maßnahme, die aufgrund der Hautfarbe oder der vermeintlichen ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit erfolgt.

Der konkrete Hintergrund der Allianz ist eine Klage, die Mohamed Wa Baile führt. Dieser hat sich bei einer Kontrolle auf dem Weg zur Arbeit geweigert, seinen Ausweis zu zeigen. Dafür erhielt er eine Strafe, gegen die er wegen Verstoßes gegen das Diskriminierungsverbot klagt. Schnell wurde deutlich, dass es schwer ist, Racial Profiling zu belegen, da es keine aktuellen Studien zum Thema gibt. Die Polizei erhebt keine Daten, welche Hautfarbe die Personen haben, die sie kontrollieren – behauptet aber, kein Racial Profiling vorzunehmen. Das widerspricht natürlich den vielen Berichten in den betroffenen Communities.

Entsprechend ist es uns wichtig, dieses Wissen zu dokumentieren und eine Bandbreite an Gruppen sichtbar zu machen, die Racial Profiling erleben. Dafür haben wir 30 Interviews mit sehr unterschiedlichen Personen geführt.

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